Berliner CC-Meisterschaft: Thomas schaufelt nassen Sand auf Platz 5
August 31st, 2010Bericht folgt!
Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad. (Adam Opel)
Bericht folgt!
Kathrin berichtet:
Am Freitag machte ich mich auf den Weg in die Schweiz zum Rennen nach Scuol ins Unterengadin. Und was mich auf den Weg dorthin begleitete war der nicht aufhörende Regen. Der Start erfolgte dann für die insgesamt ca. 140km mit 4010 Höhenmetern, bei denen der schweizerische Nationalpark umrundet wird, am Samstag um 7:15Uhr in Scuol bei schlechtem Wetter, Regen, viel Wind und Temperaturen, die so gar nicht an Sommer erinnerten. Jedoch war zur gleichen Zeit im Oberengadin bereits gutes Wetter angesagt, so dass der Weg dorthin nur eine Wetterbesserung bringen konnte. Der erste lange Anstieg auf den 2251 m ü. NN liegenden Pass Costainas war trotz Regen gut zu fahren. Irritiert sah ich die immer wieder entgegen kommenden Fahrer, die die Gelegenheit nutzten noch rechtzeitig aus dem Rennen auszusteigen. Die Abfahrt hinunter nach Fuldera war hingegen rutschig und vor allem kalt. Halb erfrohren unten in Fuldera angekommen, folgten zwei weitere Pässe die ebenfalls auf Schotter gut zu fahren waren, zwischendurch schöne Singletrails, endlich Wetterbesserung und alpine Landschaft der Spitzenklasse. Nachdem auch diese zwei Pässe bewältigt waren und etwa die Hälfte des Rennens absolviert war, begann der Aufstieg auf den Pass Chaschauna mit 2694 m ü. NN der höchste Punkt dieses Rennens. Auf dem vom Veranstalter erstellten Höhenprofil waren die letzen 2-3 km zum Gipfel als Schiebpassage ausgewiesen. Nachdem ich die ausgewiesene Schiebepassage zum Gipfel fast vollständig fuhr war bergab daran nicht mehr zu denken. Ein extrem ausgefahrener Singletrial auf dem man zu Fuss bergab genauso schnell vorankam. Auf dem Weg hinunter nach S-chanf konnte ich das Bike dann gut rollen lassen. Die letzten 50 Kilometer
b waren auch für mich nur noch Quälerei und vor allem ärgerlich, denn immer wieder bildeten sich auf den kurzen Flachpassagen Gruppen, bei denen ich irgendwie immer die Führungsarbeit leisten musste. Die Abfahrten waren zur Erholung zu kurz, die Anstiege weiterhin relativ steil und die angegebene Strecke mit 138km etwa 6km länger. In der Lizenzwertung der Damen reichte es aber am Ende nach insgesamt 8:52:44Stunden zum 3. Platz.
Wenn keine Brücke da ist - wird eben eine gemacht. Die Härte von Bikern hängt eben nicht von Höhenmetern ab. Übrigens bezweifle ich außerordentlich, dass das Luftballons sind. Eine Bike-Kommune in der Westuckermark, Sonnenschein, hohes Gras. Wer glaubt da an Luftballons? Der geneigte Leser kann erkennen, was frische Luft und Bewegung an zivilisierten Mitbürgern anrichten kann:
Kathrin brachte eine ordentliche Siegprämie mit nach hause und berichtet:
Vom verregneten Bayern machte ich mich am Wochenende auf in das sonnige Saarland. Und das Wetter hielt sich dort auch, abgesehen von ein paar erfrischenden Schauern, erstaunlich gut und es war wieder einmal ein top organisiertes Rennen mit starker internationaler Konkurrenz. Nachdem ich im letzten Jahr die Hobbywertung auf der Langdistanz gewann, stand für mich fest, auch in diesem Jahr wieder am Start zu stehen. Der verlief anfangs etwas kurios: Die Startzeit für die Lizenzfahrer wurde einige Minuten nach hinten verlegt und dazwischen der Startblock der 30 Kilometer Hobbyfahrer geschoben. Ein auffahren der Lizenz- auf die WM-Fahrer, die als erstes auf die Strecke gingen, sollte so vermieden werden. Dies war erfolgreich, denn so blieb nach dem Start für mich nur eines: Die Flucht nach vorn. Und die Hobbyfahrer regelrecht beiseite zuschieben um so schnell wie möglich Platz auf der Strecke zu finden. Von Beginn an versuchte ich das Tempo hochzuhalten und ich sah auf den gesamten 108 Kilometern weder Konkurrenz vor noch hinter mir. Eine super Strecke, tolle Landschaft, top Verpflegung, in diesem Jahr viel Wind, der irgendwie immer von vorne kam, und im letzten Drittel des Rennens flowige und technisch gut zu fahrende Trails und ein wenig Regen - das ist St. Wendel. Für mich verging das Rennen ziemlich schnell, was auch daran lag, dass mir die Streckenführung mit etwa 40(!) Anstiegen einfach gut liegt. Und trotz fehlender Wettkampfhärte und Trainingskilometern im Vergleich zum letzten Jahr reichte es am Ende in der Gesamtwertung zum 2. Platz. Ein großes Lob an den Veranstalter für die anschließend schnelle Durchführung der Siegerehrung, bei der leider nur zwei Damen auf dem Podium standen, weil die Anderen noch nicht im Ziel angekommen waren. Der Zeitplan hatte hier wohl Vorrang. Insgesamt hat St. Wendel wieder einmal optimale Bedingungen und hochklassigen Sport geboten und das wird hoffentlich auch im nächsten Jahr so sein.
Seiffen: Nussknacker drohen mit Weihnachten, Schwibbögen für die Sieger und Gummiringe als Rundenkontrolle / Finale der MME und Rocky-Mountain-Serie
Schon die Hinfahrt lies vermuten, dass die Strecke beim Erzgebirgsmarathon in Seiffen nicht staubig werden würde. Zunächst froh, dass es nicht nur ständig in REGENsburg regnet, sondern auch in anderen Teilen Deutschlands, reiste ich mit dem Scheibenwischer auf Höchststufe nach Seiffen. Kurz bevor ich davon einen epileptischen Anfall bekam, klarte es jedoch auf. Zu spät allerdings, halb Sachsen stand unter Wasser - und damit auch die EBM-Strecke.
Für das Team standen neben mir auch Uta Sladeczek und Marcus Sommer am Start über die 100 Kilometer und 2400 Höhenmeter. Christian Teichmann und Hobbyfahrer Roland Rempl gingen die 40-Kilometer-Runde an. Während große Teile Sachsens den Keller auspumpten, standen Sonntag früh um neun Uhr fast 1500 Fahrer am Start. Es begannen traditonell die Diskussionen um den Race-Startblock, welche sich traditionell spätestens dann erübrigten, als die hinteren Startblöcke über die vorderen herfielen.
Nach der Einführungsrunde mit fliegendem Start ging die Hatz los. Meine Wüstenselbitz-Rippen-Prellung meldete sich auch pünktlich nach dem Abbiegen von den ersten Asphaltkilometern ins Gelände. Die Strecke des EBM wie immer: Schön, abwechslungsreich und schwer. Trails, Forstwege im Wechsel mit steilen Anstiegen und Abfahrten. Und der legendäre Alp de Wettin: Hunderte Zuschauer am steilen Ashpaltanstieg. An der steilen Abfahrt am Seiffener Grund gab es zur Freude der Zuschauer Haltungsnoten zum Verlassen des Bikes über den Lenker. Und die Herrschaften an der Verpflegung: Nett, professionell, die Ruhe weg und boten all das an, was der Bikermagen in solchen Stunden begehrt.
Die Dicke der Heilschlammpackung für Bike und Biker wuchs bereits in der ersten Runde exorbitant. Mein Bike jammerte über schmerzenden Antrieb, ich über schmerzende Rippen. Doch es lief gut. BSN-Kollege David Voll (Mountain Heroes) flog an mir vorbei - er war auf der 70er Runde unterwegs. Am Ende der ersten Runde quittierte mein Umwerfer den Dienst: Den Rest des Rennens fuhr ich auf dem großen Blatt. Und das tat verdammt weh. Besonders am Alp de Wettin, wo mir findige Zuschauerprofis zuriefen, ich solle doch endlich schalten. Sehr witzig. Und die Schmerzen wurden größer, als mein Schnitt dadurch nach unten ging und ich in der letzten Runde kräftig überholt wurde. Noch Stunden nach dem Rennen schrie ich “Schwibbogen” vor Schmerzen bei Bewegungen meiner Beine.
Die obligatorische Rundenkontrolle erfolgte wieder mit Gummibändern, die von Helfern den Bikern auf das Handgelenk gefädelt werden. Bei den verdreckten Bikern im Ziel muss es ein Kunststück gewesen sein, dies überhaupt zu kontrollieren.
Und so gab es auch dieses Jahr wieder einige Irritationen im Ziel: Ein Fahrer stiegt nach zwei Dritteln der Strecke aus und wurde als Finisher gewertet. Auch in letzten Jahr gab es ähnliche Szenen. Bei einem so großen und wichtigen Rennen mit 1500 Teilnehmern sollte es nun wirklich eine Transponderzeitmessung inklusive Rundenkontrolle geben - zumal das Startfeld dank MME und Rocky-Mountain-Serie groß und hochkarätig ist.
Uta Sladeczek wurde durch eine Falschberechnung um ihre Siegerehrung und Preise in der Rocky-Mountain-Serie gebracht. Nach dem letzten Lauf in Seiffen liegt sie auf Platz 2 hinter Kathy Hentschel (FXX International) Cycling Team).
Und nebenbei: Seiffen ist sehr schön. Beim Bäcker bestelle ich Brötchen - und bekam Brötchen!
Die Teamergebnisse:
Marcus Sommer (Bike-Planet CORRATEC): Platz 19 (Ges 34) in 04:56:23
Thomas Hebestreit (Bike-Planet CORRATEC): Platz 34 (Ges 59) in 05:12:08
Uta Sladeczek (Bike-Planet CORRATEC): Platz 2 (Ges. 5) in 06:14:44
Christian Teichmann (Bike-Planet CORRATEC): Platz 13 (Ges 25) in 01:47:42 91
Roland Rempl (Bike-Planet CORRATEC): Rang 294 (Ges 316) 02:59:12
Thomas zieht nur noch schwarze Trikots an, sein Rad ist komplett mit Sprayfarbe unkenntlich gemacht und er trainiert nur noch im Dunkeln mit seinen schmerzenden Rippen. Kein Wunder, kehrte er doch voll Schmach aus Wüstenselbitz heim von der bayerischen Landesmeisterschaft im Cross Country. Hier sein Bericht:
In Bayern gehen die Uhren anders. Das fängt schon an, wenn ich in einem Anflug von Berliner Hochmut beim Bäcker zwei Brötchen bestelle. Eingepackt werden dann nicht zwei Brötchen, sondern zwei kleine Brote. Ganz ähnlich irritierend gestaltete sich mein Auftritt in Wüstenselbitz (Wo?) bei der bayerischen Landesmeisterschaft schon bei der Anmeldung: Da ich keine bayerische Lizenz besitze - wo gibts denn sowas? - mußte ich außer Konkurrenz starten, da ich der Einzige mit diesem “Problem” war. Hobbyfahrer? Fehlanzeige, gab es auch nicht. Die Herrschaften an der Anmeldung knöpften mir ohne Rot zu werden 25 Euro Startgebühr ab - ohne Verpflegung, Pastaparty oder sonstige Zugaben.
Ich sortierte mich also konkurrenzlos ganz hinten wie mir vom Veranstalter aufgetragen in die Startreihe ein. CC-Rennen sind ja von Hause aus nicht unbedingt meine Disziplin. Vor allem in Wüstenselbitz einfach zu kurz und durch fast senkrechte Abfahrten und Sprünge zu materialmordend für ein Trainingsrennen. Bei den Berliner CC-Rennen im letzten Jahr nicht ganz unerfolgreich, hoffte ich auf ein motivierendes Rennen, gutes Training und Rennluft als Vorbereitung auf den EBM - was sollte also passieren…
Eine ganze Menge. Ich startete also als Letzter auf den verwurzelten, technisch aber konditionell weniger anspruchsvollen Kurs, hielt Kontakt zum Ende des Feldes und setzte gleich nach einer halben Runde auf der Wiese des Fussballplatzes des FC Wüstenselbitz an, an vier Fahrern vorbeizufliegen. Ich fllog auch - aber nicht an denen vorbei, sondern nach unten. Nach einer gefühlten Mondumrundung knallte ich schmerzhaft auf den Rasen. Die rechte Kurbel krachte gehen irgendein kurzes Betonteil im Grase - und ich hob hab. Der Krater in der Kurbel reicht locker für die nächste Apollo-Mondmission als Trockenübungsgelände. Ich nahm dann mein schmerzendes Rad und meinen zerkratzten Körper und schlich mit stechender Schulter dem Feld hinterher - ein Preuße gibt nicht auf, schon gar nicht hier. Ich mußte unweigerlich an Kapitän Ahab denken.
Und nichts lief mehr rund. Als dann auch noch die Hinterradbremse durch den Sturz ausfiel, eierte ich fluchend (Die geneigten Zuschauer mögen mir verzeihen) um den Kurs, rutschte oft aus der Pedale und kam nicht mehr hinein, konnte vor Schmerzen kaum das Bike auf Kurs halten. Wie ich die steilen Abfahrten ohne Hinterradbremse meisterte, mag ich hier nicht beschreiben. Und bis zum Rennende - tata- blieb ich Letzter - Premiere für mich, das gab es noch nie. Und als wäre alles nicht bereits schlimm genug, handelte ich mir gar eine Runde Rückstand ein. Ich hätte eben keine Brötchen bestellen sollen.
Fotos folgen!
Nasrin berichtet:
Als Anfängerin im MTB-Renngeschäft (diese ist meine 1. Saison) sterbe ich vor jedem Rennen noch fast vor Aufregung. Wie anspruchsvoll wird die Strecke sein? Wieviel Prozent Steigung erwarten mich maximal? Werde ich wieder stürzen wie in Hellental? Oder mich verfahren wie beim Wehlaberg-Marathon? Die lapidare Auskunft: “Du hast Garmisch geschafft, was soll da noch passieren?” beruhigte mich nicht wirklich, denn immerhin trainiere ich höchstens 1-2 Mal die Woche im flachen Berliner Umland und das Unwegsamste, was mir hier im Wald vor die Reifen kommt, sind ein paar Meter Zuckersand samt vertrockneter Wurzeln.
Nun stand mir als Gaststarterin für das Team Bike-Planet Corratec als mein 6. Rennen die Salzkammergut Trophy in Bad Goisern, Österreich, bevor. Gewählt hatte ich die Streckendistanz “light”, mit 37 km und 1055 Höhenmetern genau das, was ich derzeit bewältigen kann. Die Trophy gehört schon einige Jahre zu meinen Lieblingsrennen - bislang immer aus Zuschauersicht, nun auch als Teilnehmerin. In brütend heißer Mittagshitze starteten wir 400 Fahrer als erstes auf einen langen, heißen Straßenanstieg, bei dem buchstäblich unsere Reifen am an manchen Stellen weich-flüssig gewordenen Asphalt klebten. So heiß war mir zuletzt vor 10 Jahren in Havanna gewesen - gefühlt quälten wir uns bei 50 Grad elendig langsam den Berg hinauf. Ich weiß nicht mehr, wie oft mir das Wort “Schatten” duch den Kopf ging - es half nichts, dieser war rar während der ersten Kilometer, die sich unendlich zogen.
Erträglicher wurde die Hitze, als endlich die erste Abfahrt kam und wir nach einigen Kilometern endlich im Wald landeten. Doch anders als auf der Garmischer Kurzdistanz, die fast auschließlich leicht zu fahrende Schotterabfahrten bot, erwarteten mich im Salzkammergut auch einige steile, sehr steinige Trails bergab. Anfangs war ich so ehrgeizig und wollte unter keinen Umständen vom Rad. Das gelang mir diesmal aber nur bergauf. Bergab musste ich nach einigen Abfahrten, die bei mir Schweißausbrüche hervorriefen, und einem leichten Sturz einsehen, dass ich mit meiner Angst, mich bergab zu überschlagen, besser mein Bike hinuntertrage. Womit ich in guter Gesellschaft war, denn vor und nach mir trugen ebenfalls viele ihr Rad - so ist das eben, wenn lauter Einsteiger eine nicht völlig anspruchslose Einstiegsstrecke fahren
Den psychologischen Effekt spürte ich jedenfalls deutlich: Sobald vor mir jemand fuhr, der es drauf hatte, traute ich mich auch eher, hinterher zu fahren. Hüpften die Leute vor mir vom Rad, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass auch ich von meinem Hardtail sprang, stark an.
Wenn mir die Geröllabfahrten mangels technischer Fertigkeiten auch nicht besonders lagen (und ich beschloss, dass ich endlich mal an einem Fahrtechnik-Camp teilnehmen will), hatte ich doch großen Spaß, bergauf zu fahren: Wenn viele andere schon schoben, schaute ich stur auf den Boden vor mir und leierte mantramäßig in Gedanken herunter: “Einfach kurbeln, kurbeln, kurbeln.” Immerhin, so stellte ich nach dem Rennen fest, habe ich schon einiges über Fahrtaktik gelernt. Und diesmal so regelmäßig getrunken, vorrauschauend Gels genommen und Magnesiumtütchen in mich hineingeschüttet, dass mir erstmals meine sonst obligatorischen Wadenkrämpfe erspart blieben.
Wenn ich nicht gerade hochkonzentriert nach der idealen Linie auf dem Trail suchte, war ich in Gedanken ständig bei den anderen aus dem Team: Markus, der schon seit 5 Uhr früh (!!!) auf dem Rad saß, weil er mal wieder die 210-er Strecke fuhr (meinen absoluten Respekt, ich sag sonst niemals nie, aber dazu schon), Uta und Thomas, die sich auch schon 3 Stunden länger als ich auf ihren Rädern quälten und denen der Salzberg, nicht wie mir, mit seinen über 30 Prozent bergan nicht erspart blieb. Am Ende kamen Thomas und ich auch noch trocken im Ziel an, während auf Uta und Markus noch heftige Sommergewitter-Regengüsse niederprasselten und das tolle Alpenpanorama sich schlagartig verdunkelte, um alsbald von hellen Blitzen im Minutentakt erleuchtet zu werden.
Zur Trophy selbst bleibt gar nicht viel zu schreiben. Außer, dass es ein tolles und vor allem top organisiertes Rennen in schönster österreichischer Berglandschaft mit einem begeisterten Publikum ist, das ich jedem nur empfehlen kann - Streckenlängen gibt’s von 27 bis 210 Kilometer, da ist also wirklich für jeden etwas dabei. Und wie immer ist nach dem Rennen vor dem Rennen. Bis zum EBM in Seiffen!
Und hier noch die Ergebnisse:
Markus Sommer 72. Gesamt (AK 36., 13:22:10 h)

Uta Sladeczek 20. Gesamt (AK 9., 08:28:13 h) - Foto: Sportograf

Thomas Hebestreit 191. Gesamt (AK 94., 07:21:11 h) - Foto: Sportograf
Nasrin Büttner: 24. Gesamt (AK 18., 02:56:02 h)
Kein schönes Thema, aber inzwischen kann vor allem Alex wieder lachen. In Pfronten am Start und trotz Hitze gut unterwegs stürzte er sehr heftig auf einer Abfahrt. So heftig, dass ein Helikopter Alex ins Krankenhaus flog. Bis auf das gebrochene Schlüsselbein scheint alles wieder soweit in Ordnung, nach der heutigen Operation wissen wir mehr. Die Saison dürfte indes für ihn gelaufen sein - doch ganz ehrlich, das ist nur Nebensache. Alles Gute für Alex und das Team wünscht schnelle Genesung!
“Die Strecke ist entschärft, kürzer und nicht mehr so schwer wie letztes Jahr.”
So war die Ankündigung des MTB Vereins für die diesjährige Auflage des Grunewald Marathons und beschreibt auch schon die wesentlichen Eindrücke vom Rennen. Mit einem gefühlten Teilnehmerminusrekord - am Start waren etwa 20 bis 30 Fahrer, davon zwei Frauen - begannen wir die schnelle Sandkastenhatz. Gefahren wurde diesmal auf Hauptwegen und bekannten Singletrails. Schwierige Passagen durchs Unterholz wie im Vorjahr fehlten ganz.
Schon in der Woche zuvor war der Grüne-Baumpfeile-Sprüher wieder unterwegs gewesen und gab uns Gelegenheit, die Strecke zu testen und auswendig zu lernen. Leider schützte auch dies nicht vorm inzwischen obligatorischen Verfahren. Diesmal traf es auch mich. Gleich nach dem Start hatte ich mich ans Hinterrad einiger Herren geklemmt. Fokussiert, nicht abreißen zu lassen, ignorierte ich einige grüne Pfeile, die in eine andere Richtung zeigten als die Hinterräder vor mir. Das spielte sich aber mehr in meinem Unterbewusstsein ab, bis auch das mir eindeutig signalisierte falsch zu sein. Als offenbar einzig Ortskundige übernahm ich die Navigation zurück auf die Strecke und führte, gefolgt von mindestens drei Herren, den D-Zug durch den Grunewald über fast 2 Runden an. Als Dame durfte ich nach 2 Runden (und 1:44h) das Gas raus nehmen, denn da war der Marathon für mich schon zu Ende. Die dritte Runde nahm ich als lockere Trainingsrunde noch mit. Im Ziel stellte sich raus, dass die Zweitplatzierte ihre zwei Runden etwa eine Stunde nach mir abgeschlossen hatte.
Am Ende gab’s von den Herren auch noch ein etwas Windschatten, dankendes Schulterklopfen für die Navigation durch den Grunewald und eine Medaille. Im nächsten Jahr darf die Strecke gern wieder anspruchsvoller ausfallen!

Das ist wirklich ein Foto während des Rennens - auch wenn weder Startnummer noch Konkurrenz zu sehen ist
Es gibt Rennen, da will sich einfach keine Vorfreude einstellen. Die Wetteraussichten sprachen von 7°C und 70% Regen. Am Samstag gab es bereits die volle Packung des nicht in Fahrt kommenden wollenden Sommers: Strömender Regen beim Schwarzwälder Kids Cup, bei dem Anton Büttner in der U9 am Start stand. Er beendete das nass-kalte Rennen trotz zweier Stürze erfolgreich.
Am Samstag dann erfüllte sich die Wetterprognose vollends. Ich stand mit kompletter Wintermontur am Start des Power Track und fror. An “Warmfahren” war nicht zu denken.
Den Start ging ich verhalten an, ließ die erste Gruppe fahren. Die kalten Beine wollten nicht warm werden. Gefühlt war ich denn auch ganz hinten im Feld, am ersten Anstieg dachte ich ernsthaft an Aufgeben - doch von dort an ging es plötzlich immer besser. Die Stimmung war wie immer großartig, die Top-Organisation des Rennens ließ schnell über das Wetter hinwegtrösten. Am “Alp de Fiddlebrugg” (hieß der so?) wurden wir die steile Asphaltrampe hinauf geschrien.
An Platzierungen dachte ich nicht mehr, die letzten Kilometer fühlten sich so schwer an. Einige Gels, Trinkflaschen und Organic Food Bars später im Ziel angekommen staunte ich nicht schlecht - es war kaum jemand vom Power Track da! Nachher zeigte die Ergebnisliste Platz 14 meiner Altersklasse (37. Gesamt). Gaststarterin Nasrin Büttner ging den Short Track an und beendete ihn auf dem 41. Platz ihrer Altersklasse.
Ultra-Bike - wir kommen wieder! Wie ein Veranstalter fast 5000 Bikern so eine professionelle Organisation bieten kann, ist wirklich erstaunlich.

Teamnachwuchs Anton im strömenden Regen - er stürzte zweimal, beendete aber das Rennen erfolgreich Foto: Sportograf.de